WrestleMania 22
Sonntag, 02 April 2006 / Allstate Arena in Rosemont, Illinois / 17.159 Zuschauer

In der Allstate Arena von Chicago, Illinois, fand am 2. April mit WrestleMania 22 das nächste Megaspektakels von World Wrestling Entertainment statt. Ob das Großereignis das halten konnte, was es jährlich verspricht, zeigt die nachfolgenden PPV-Analyse, in der wie immer der MVP of the PPV gekürt wird.

Match by Match Review:

01. World Tag Team Championship: Kane & The Big Show (c) vs. Carlito & Chris Masters

Sicherlich nicht das beste Tag Team Match der vergangenen Wochen. Das sollte es aber auch nicht werden. Kane und The Big Show verteidigten die Titel nach einem Big Boot und dem Chokeslam. Stellt sich nur die Frage, wer diese beiden Kolosse in Zukunft besiegen soll. Auf der anderen Seite ist es im Moment ganz gut, dass sie nicht mehr so oft in Einzelmatches auftreten. (06:01) *½


02. Money in the Bank Ladder Match: Lashley vs. Matt Hardy vs. Finlay vs. Ric Flair vs. RVD vs. Shelton Benjamin

Starkes Spotfest. Die Aktionen von Shelton Benjamin, der mit seinem unglaublichen Balancegefühl wie Spiderman auf den aufgestellten Leitern herum sprang, waren einfach sensationell. Leider ist Benjamin für die Kameraleute und dem Mann in der Bildregie manchmal etwas zu schnell gewesen. Hoffentlich gibt es wenigsten auf der zukünftigen WrestleMania-DVD vernünftige Bilder von diesen verdammt coolen Spots. Ebenfalls schön anzuschauen war der Van Daminator, mit dem RVD den guten Lashley von der Leiter herunterholte. Würde Lashley ein besseres Timing und Bumpverhalten besitzen, wäre diese Aktion noch besser angekommen. Aber ihm konnte man sowieso anmerken, dass er sich in dieser Matchart nicht wohl fühlte. Zum Schluss schnappte sich schließlich RVD den heiß begehrten Koffer von der Hallendecke, nachdem er zuvor Shelton Benjamin und Matt Hardy im Doppelpack von der Leiter heruntergeschubst hatte. (12:08) ****


03. U.S. Championship: Chris Benoit (c) vs. JBL (w/ Jillian Hall)[/

Das Match sowie das Ende mit dem Titelgewinn von JBL war okay. Der Börsencowboy hatte sich äußerst intelligent aus dem Crippler’s Crossface von Benoit herausgeholt, wonach er unter zu Hilfenahme der Ringseile sofort das Cover zum Sieg folgen ließ. (08:58) ** ½


04. Hardcore Match: Edge (w/ Lita) vs. Mick Foley

Wow, für ein solches Match fehlen mir fast die Worte. Die beiden haben sich so brutal bekämpft, dass man als Zuschauer das Blut nicht nur sehen, sondern bald schon fast förmlich schmecken konnte. Besonders innovativ und äußerst cool anzusehen war das Finish. Edge spearte den am Ringrand stehenden Foley, woraufhin beide direkt durch einen brennenden Tisch flogen. Cover: 1-2-3. Sieger: Edge. Obwohl die Aktion an sich schon ziemlich krank gewesen ist, konnte man in der Wiederholung doch ziemlich deutlich sehen, wie das Feuer sofort von alleine ausging, als die beiden durch den Tisch krachten. (15:01) **** ½


05. Handicap Match: The Boogeyman vs. Booker T & Sharmell

So eine ekelige Vorstellung lässt sich nicht bewerten. Gott sei dank machten es die Beteiligten kurz und schmerzlos. Der Boogeyman gewann ziemlich klar nach einem Chokelift Powerslam. Damit bleibt der große schwarze Mann weiterhin unbesiegt. (05:02) ohne Wertung


06. WWE Women’s Championship: Trish Stratus (c) vs. Mickie James

Trotz des verunglückten Finish das beste Women’s Match, dass ich bisher bei einem WWE-PPV gesehen habe. Mickie James brachte die Matchstory mit ihren völlig irren Gesichtsausdrücken ziemlich gut rüber, und hat damit Trish Stratus wie schon in der gesamten Storyline erneut die Schau gestohlen. Deshalb waren die vereinzelten Buhrufe gegen Trish Stratus nicht sonderlich verwunderlich, auch wenn dass die gute Kanadierin nun überhaupt nicht verdient hat. Die Moves wirkten durchdacht, und waren zum Teil auch recht innovativ. Hier sei als Beispiel jetzt nur die Aktion genannt, bei der Trish Mickie das Bein zum Spagat weggezogen hatte. Nachdem Mickies Stratusfaction daneben gegangen war, gab es als Nachschlag den Mick Kick. Cover: 1-2-3. Siegerin und neue Women’s Championesse: Mickie James. (08:56) ***


07. Casket Match: The Undertaker vs. Mark Henry

Das Beste an diesem Match war der etwas zu kurz geratene Dive vom Taker auf den außerhalb des Rings stehenden Mark Henry. Anschließend folgte schon der Tombstone, und Henry wurde in den Sarg verfrachtet. Ende. (09:06) * ½


08. No Holds Barred: Vince McMahon vs. Shawn Michaels

Vince McMahon wurde wie erwartet nach Strich und Faden verprügelt. Shawn Michaels hat alles aus dem Kampf herausgeholt, was möglich war. Die Störmanöver von der Spirit Squad und Shane McMahon fügten sich nahtlos in die Matchstory ein. Obwohl hier kein bombastisches Technikfeuerwerk abgeliefert wurde, passte alles zusammen. Shawn Michaels zeigte sogar den Crotch Chop aus alten DX-Zeiten. Moment mal, hat der Heartbreak Kid in früheren Interviews nicht gesagt, dass er als wiedergeborener Christ den Crotch Chop nie mehr zeigen will. Ach, vielleicht habe ich da etwas falsch verstanden. Egal. Nachdem sich Michaels von einer riesigen Leiter mit dem Elbogen voran auf Vince McMahon gestürzt hatte, folgte später noch die Sweet Chin Music für den WWE-Boss. Cover: 1-2-3. Sieger: Shawn Michaels. (18:04) *** ½


09. World Heavyweight Championship: Kurt Angle (c) vs. Rey Mysterio vs. Randy Orton

Das Match hatte stark begonnen. Alle drei beteiligten Wrestler machten mächtig Tempo, und am Ende wusste man auch warum. Denn der Kampf musste nach rund neun Minuten beendet sein, schließlich brauchte man noch Zeit für die Playboy Kissenschlacht. Neun Minuten sind natürlich viel zu kurz für ein Triple Threat Match um die World Heavyweight Championship – erst recht bei WrestleMania. Die Vorstellung war zu Ende, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Kurt Angle sah außerdem eigentlich schon wie der der sichere Sieger aus, als er sowohl Mysterio als auch Orton mit dem Angle Lock zur Aufgabe zwang. Dummerweise wurde der Ringrichter aber genau in diesen Momenten jedes Mal vom dritten Wrestler im Ring abgelenkt. Letztendlich holte sich schließlich Rey Mysterio mehr oder weniger überraschend das Gold, nach dem er Randy Orton mit dem West Coast Pop bezwungen hatte. Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, dass Rey Mysterio irgendwann World Heavyweight Champion wird, hätte ich ihn für bekloppt erklärt. (09:01) ***


10. Playboy Pillow Fight: Candice Michelle vs. Torrie Wilson (w/ Chloe)

Torrie Wilsons Schoßhündin Chloe hatte einen schicken Hut auf. Was gibt es sonst noch über diese völlig überflüssige Kissenschlacht zu schreiben? Eigentlich nichts. Aber für diejenigen, die es interessiert, Torrie Wilson hat gewonnen. (03:59) ohne Wertung


11. WWE Championship: John Cena (c) vs. Triple H

Ich weiß nicht warum, aber dieser Kampf hat mich nicht so interessiert, wie es bei einem WrestleMania Main Event eigentlich sein sollte. Die Publikumsreaktionen auf John Cena waren das einzige, worauf ich im Vorfeld neugierig gewesen bin. Wie erwartet gab es während des gesamten Kampfverlaufs lautstarke Buhrufe für den Anführer der Chain Gang. Die Kiddies und Frauen waren in Chicago diesmal wohl eindeutig in der Unterzahl. Ich warte eigentlich nur noch auf einen Heelturn von John Cena. Allerdings zweifle ich mittlerweile ernsthaft daran, dass wir den in absehbarer Zukunft überhaupt sehen werden. Das WWE-Management fährt mit John Cena weiterhin auf einer Einbahnstrasse, die man trotz eindeutiger Zuschauerreaktionen scheinbar vorerst nicht verlassen möchte. Gekämpft wurde übrigens auch. Triple H und John Cena zeigten einen sehr guten Brawl. Trotzdem lebte das Match mehr von den Zuschauerreaktionen. Nach mehreren Near Falls konnte John Cena seinen starken Widersacher schlussendlich mit dem STFU zur Aufgabe zwingen. Titelverteidigung gelungen. (21:16) *** ½


Abschließende Bewertung:

WrestleMania 22 erhält 8 von 10 Punkten. Obwohl das diesjährige Mega Event nicht ganz so stark gewesen ist, wie die Veranstaltung aus dem Vorjahr, hat World Wrestling Entertainment an diesem Abend in Chicago doch insgesamt eine sehr unterhaltsame Vorstellung auf die Beine gestellt.


Top Matches:

1. Edge vs. Mick Foley
2. „Money in the Bank”-Leiter-Match
3. Vince McMahon vs. Shawn Michaels


MVP of the PPV:

Edge

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