WrestleMania 21
Sonntag, 03 April 2005 / Staples Center in Los Angeles, Kalifornien / 20.193 Zuschauer

Am 3. April 2005 fand im Staples Center von Los Angeles, Kalifornien, die 21. Auflage des WWE-Megaspektakels WrestleMania statt. Über 20.000 Zuschauer fanden Platz in der Halle, während weltweit zig Millionen Menschen die größte Wrestlingveranstaltung des Jahres an ihren Fernsehschirmen verfolgen konnten. In der nachfolgenden PPV-Analyse wird die Veranstaltung ausführlich beleuchtet und der MVP of the PPV gekürt.


Match by Match Review:

1. Eddie Guerrero vs. Rey Mysterio

Guter Opener, aber leider nicht der erhoffte Klassiker. Im vergangenen Jahr habe ich nach WrestleMania XX bei SmackDown! in Boston jedenfalls ein deutlich besseres Match der beiden gesehen. Mysterio hatte enorme Probleme mit seiner neuen Maske, an der er andauernd herumfummeln musste. Damit lassen sich gleichzeitig die Konzentrationsschwächen erklären, die zu ein paar unsauberen Spots führten. Eine Backdrop-Armdrag-Sequenz ging beispielsweise völlig daneben und musste wiederholt werden. So etwas ist man von Mysterio und Guerrero gar nicht gewohnt. Trotzdem kam die Action nicht zu kurz, wofür in erster Linie wieder Mysterio verantwortlich war, der das Tempo mit seinen akrobatischen Flugmanövern immer wieder anzog. Sieger: Rey Mysterio nach einer Head Scissors. (12:02) ***


2. „Money in the Bank“-Leiter-Match: Shelton Benjamin vs. Chris Benoit vs. Chris Jericho vs. Edge vs. Kane vs. Christian
Sehr cooler Einmarsch von Kane, der die im Eingangsbereich aufgestellten Leitern in Flammen aufgehen ließ. Was danach folgte, dürfte als eines der besten Leitermatches in die Geschichte von World Wrestling Entertainment eingehen. Fünfzehn Minuten lang wurde Nonstop-Action geboten. Die sechs Wrestler haben sich einiges einfallen lassen. Jericho bekam mit der Leiter in der Hand einen German Suplex von Benoit ab. Dann zeigte Benjamin irgendwann von der Spitze der Leiter seinen T-Bone-Suplex gegen Edge. In einer weiteren Szene flitzte der amtierende IC-Champion später ganz geschmeidig über eine angelehnte Leiter, um Jericho mit einer Clothesline von der zweiten Leiter zu holen. Diesen ultracoolen Stunt werden wir in künftigen WrestleMania-Spots die nächsten Jahre bestimmt noch öfters sehen. Benoit ließ sich aber natürlich auch nicht lumpen. Von ganz oben knallte der Kanadier mit einem Diving Headbutt auf Kane herunter. Zum Schluss haute Edge Benoit einen Stuhl um die Ohren, und holte sich den an der Hallendecke befestigten Aktenkoffer. Klasse Match mit vielen innovativen Aktionen, die es in dieser Form bisher in einem WWE-Match noch nicht zu sehen gab. (15:09) **** ¼

Anschließend vermöbelten Muhammad Hassan und Koshrov Daivari den anscheinend wieder genesenen Eugene. „When it comes crashing down, and it hurts inside… Richtig, Hulk Hogan is back! Wir sehen fast ein halbes Match, als der Hulkster unter dem frenetischen Jubel des Publikums den Ring leer fegt. Schöner Moment für alle Hulkamaniacs.


3. Legend vs. Legend Killer: The Undertaker vs. Randy Orton
Sehr guter Brawl mit vielen Nearfall-Sequenzen. Randys Vater „Cowboy“ Bob Orton tauchte ebenfalls auf und attackierte den Undertaker mit seinem Gipsarm. Der Taker wäre aber nicht der Taker, wenn er davon nicht wieder aufstehen würde. Als Randy Orton diesen dann in den letzten Minuten mit dessen eigenen Finisher bezwingen wollte, drehte der Undertaker den Spieß um, und begrub Orton mit dem Tombstone. Sieger: The Undertaker. WM-Bilanz: 13-0. (14:07) *** ½


4. WWE Women’s Championship: Trish Stratus (c) vs. Christy Hemme (w/ Lita)
Die ganzen Showeinlagen von Trish Stratus sind eindeutig das beste an der Women’s Division. Kampf wurde glücklicherweise kurz gehalten. Sieger: Trish Stratus nach dem Chick Kick. (04:38) *


5. Shawn Michaels vs. Kurt Angle
Match des Abends und vielleicht auch sogar des Jahres. Ein richtiger Klassiker. Der Kampf begann langsam, wurde dann aber mit zunehmender Dauer flotter und vor allem intensiver. Es gab viele dramatische Szenen rund um den Angle Lock zu sehen, aus dem sich Michaels’ zu Beginn immer wieder im letzten Moment befreien konnte. Beide Wrestler riefen fast ihr gesamtes Move-Repertoire ab. Neben einem Angle Slam vom obersten Seil, kramte Kurt Angle beispielsweise auch den Moonsault wieder heraus. Zum Schluss klammerte sich ein am Boden liegender Angle plötzlich ein weiteres Mal an das Bein von Michaels fest, um den Angle Lock gnadenlos durchzuziehen. Michaels’ zappelte und krabbelte wie wild durch den Ring, um die rettenden Seile zu erreichen. Vergeblich, Angle zog ihn immer wieder weg bis Michaels schließlich aufgeben musste. Absolut packende Matchdramaturgie. (27:15) **** ½


6. Sumo-Match: Akebono vs. Big Show
Sumoringen – mit diesem Teil der japanischen Kultur werde ich mich wohl niemals anfreunden können. Der Einmarsch der beiden Kämpfer und die Durchführung der ganzen komischen Rituale dauerten länger, als das Match selbst. Der ehemalige Sumo Grand Champion Akebono siegte, nachdem er Big Show aus dem Kreis herausgeschleudert hatte. Ein bizarres Schauspiel, das sich einfach nicht bewerten lässt. Mit Wrestling hatte das jedenfalls nichts zu tun. (03:01)

Piper’s Pit: Rowdy Roddy Piper verpasste Steve Austin eine Ohrfeige, der schlug zurück, und beide hatten unglaublich viel Spaß. Carlito kam raus. Der fand die Vorstellung natürlich gar nicht cool, bekam dann allerdings selbst die Portion Apfelmus von Piper ins Gesicht gespuckt. Austin setzte mit dem Stunner nach. Während der nachfolgenden Bierdusche gab es einen weiteren Stunner. Diesmal durfte der mittlerweile bereits besoffene Piper den Ringboden küssen. Unterhaltsames Segment.


7. WWE Championship: JBL (c) vs. John Cena
JBL dominierte den Kampf über weite Strecken, bis Cena nach ungefähr zehn Minuten die ganze Geschichte plötzlich mit dem FU beendete. Sieger und neuer WWE Champion: John Cena. Sehr kurioser Matchverlauf, und alles andere als gut. Cena wird es als Face-Champion in den nächsten Monaten sehr schwer haben, auch wenn er ohne Ende gepusht wird. Mein Gott, was die alles mit ihm vorhaben. Nächsten Monat kommt seine CD raus, im Herbst folgt dann später noch der Kinofilm. Bis zum Ende des Jahres werden die Fans John Cena entweder so satt haben, dass sie ihn einfach nicht mehr sehen wollen, oder ihn aber mehr lieben, als jemals zu vor. (11:16) *1/4

8. World Heavyweight Championship: Triple H (c) vs. Batista
Ordentlicher Kampf, was in dem Fall schon mehr war, als ich zuvor erwartet hatte. Batista kann im Ring nur mit Power-Moves funktionieren. Genau das haben sie hier getan bzw. versucht, denn Triple H gehört natürlich schon zu den schwereren Wrestlern, was die Sache für Batista nicht gerade einfacher machte. Der etwas misslungene Press Slam hätte beispielsweise auch in einer Katastrophe enden können. Am Ende gab es die Batista Bomb, womit wir bei RAW nun ebenfalls einen neuen World Heavyweight Champion haben. Die nächsten Monate dürften sehr interessant werden. (21:30) ** ¾


Abschließende Bewertung:

WrestleMania 21 erhält 9 von 10 Punkten. Eine fantastische Vorstellung von World Wrestling Entertainment, bei der sowohl das Wrestling als auch das Rahmenprogramm voll zu überzeugen wussten. Die Mischung stimmte und das Time-Management für die Matches war nahezu perfekt.

Top Matches:

1. Shawn Michaels vs. Kurt Angle
2. „Money in the Bank”-Leiter-Match
3. The Undertaker vs. Randy Orton

MVP of the PPV:

Kurt Angle

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