WWE Elimination Chamber 2015
Sonntag, 31 Mai 2015 / American Bank Center in Corpus Christi, Texas / 7.000 Zuschauer
WWE Elimination Chamber 2015

WWE Elimination Chamber - der Bericht zur WWE-Pay-Per-View-Spezial-Veranstaltung aus Corpus Christi.

Unverhofft kommt oft. So auch ein zweiter WWE-Pay-Per-View im Mai 2015. Warum am 31. Mai ein zusätzlicher Special Event ins Programm aufgenommen wurde, dazu haben wir bereits einige Worte auf Seite 18 in dieser Ausgabe verloren. Rund 7.000 Zuschauer füllten das American Bank Center im texanischen Corpus Christi bis auf den letzten Platz und erlebten in der Kickoff-Show einen Sieg von Stardust über Zack Ryder mit den CrossRhodes (5:57; **). Außerdem kehrte The Miz von seinem jüngsten Filmprojekt zurück und begrüßte bei MizTV den Ehrengast Daniel Bryan. Während Miz den hohen Besuch bevormunden wollte, freute sich Bryan über die Krönung eines neuen Intercontinental Champions am heutigen Abend, das baldige Erscheinen seiner Biografie und machte die Ankündigung, in jedem Fall in den Ring zurückkehren zu wollen. Zum versöhnlichen Abschluss tauchten dann auch noch #Axelmania und Macho Mandow auf, die letztlich The Miz eine Abreibung verpassten.

THE NEW DAY IM VORTEIL

WWE Tag Team Championship – Elimination Chamber Match – The New Day bes. The Ascension, The Lucha Dragons, Cesaro & Tyson Kidd, Prime Time Players, Los Matadores: Im November 2002 hat es das erste Elimination Chamber Match der WWE-Geschichte gegeben. Damals holte sich Shawn Michaels im New Yorker Madison Square Garden die World Heavyweight Championship und vergoldete auf diesem Weg seinen zweiten Karriereabschnitt nach einer mehrjährigen Pause. Seitdem gab es insgesamt siebzehn Ausgaben des Matches, seit 2008 in jedem Jahr mindestens eins. Doch noch nie sollten so viele Wrestler gleichzeitig in einem solchen Match stehen wie an diesem Abend, denn erstmals in der bald dreizehnjährigen Geschichte der „Ausscheidungskammer“ (*hust*) wurden die Tag-Team-Titel in diesem Umfeld ausgefochten. Eine neuartige Idee, die ruhig einmal probiert werden konnte. Entsprechend gab es im Match übrigens auch jede Menge Chamber-Neulinge. Lediglich Kofi Kingston (2010 und 2012) sowie Cesaro (2014) hatten in der Vergangenheit bereits Erfahrung im gnadenlosen Stahlkonstrukt sammeln können. Die Voraussetzungen versprachen eine Menge Chaos, denn unter typischen „Tornado Tag Team Match“-Regeln konnten immer alle Protagonisten gleichzeitig im Ring stehen.

Die Lucha Dragons durften das Match mit einigen Flugaktionen gegen The Ascension beginnen. Kalisto wollte dann von der Kammer, in der sich The New Day befanden, eine Aktion zeigen. Doch die New-Day-Jungs zogen Kalisto einfach am Bein durch die Ketten des Kammerdachs und hielten ihn fest. Sin Cara zeigte von der gegenüberliegenden Kammer eine Senton Bomb, während Kalisto „gefangen“ blieb. Kalisto kassierte auf dem Dach der Kammer dann auch noch einen Uppercut durch den heranfliegenden Cesaro und wurde anschließend vom Schweizer mit einem Superplex in den Ring zurückgeholt. Tyson Kidd folgte mit einem Elbow Smash: Nach einem unsortierten Match in den ersten Minuten, brachten Cesaro und Tyson Kidd nun deutlich Qualität ins Geschehen. Auffällig wurde in dieser Phase Kalisto, der den Käfig von innen bis ganz nach oben in die Kuppe kletterte und sich schließlich auf die versammelte Konkurrenz fallen ließ. Eine interessante Idee, die in der Ausführung aber dennoch nicht besonders gut wirkte. Kann man aber halt mal machen.

In der Zwischenzeit mischten nun auch die Los Matadores mit. Ihr Maskottchen, El Torito, war mit in die Kammer geklettert und hatte auf dem Dach der Matadoren-Zelle auf seinen Einsatz gewartet. Auch Torito kletterte den Käfig von innen hoch und ließ sich dann auf The Ascension fallen. Konnor und Viktor fingen Torito aber auf und warfen ihn dann aus dem Ring auf einen Matadoren-Kollegen. The Ascension machten weiterhin eine gute Figur und konnten dann die Los Matadors wie auch kurze Zeit später die Lucha Dragons (mit dem Fall of Man gegen Sin Cara) aus dem Wettbewerb eliminieren. Der auffällige Aufwärtstrend von The Ascension wurde aber durch das fünfte Team im Match schnell gestoppt: Die Prime Time Players legten los und schon bald pinnte Darren mit seinem Gutcheck Viktor recht unspektakulär. Cesaro glänzte noch mit einem Gutwrench Suplex von den Seilen gegen Young, während Titus O’Neil Cesaro gleichzeitig mit einer Powerbomb in den Ring zurückbeförderte. Tyson Kidd kassierte noch einen Spinebuster durch Titus O’Neil, bis dann alle drei Mitglieder von The New Day als letztes Team ins Match gelassen wurden. Director of Authority Kane hatte New Day gestattet, zu dritt ins Rennen zu gehen, weil die Jungs bei SmackDown die Authority unterstützt hatten.

Die Prime Time Players sowie Cesaro & Tyson Kidd zeigten gleich mal einen Triple Back Suplex gegen The New Day, dann schleuderten der Schweizer und der Kanadier Xavier Woods in eine Zelle und schlossen die Tür. Big E befreite seinen Partner aber bald aus der Misere. Es folgte die Swing/Dropkick-Kombination gegen Kofi Kingston. Doch im nächsten Moment war Darren Young zur Stelle und zog einen Einroller gegen Cesaro durch, um ihn wie aus dem Nichts aus dem Match zu eliminieren. Damit wurde das Finale zwischen The New Day und den Prime Time Players ausgefochten. Diese Schlussphase wirkte trotz aller Versuche der Beteiligten oftmals unsortiert. Die Entscheidung wurde eingeleitet, als Darren Young erst außerhalb des Rings auf dem Metall einen Belly-to-Belly Suplex durch Big E kassierte. Titus wollte es dann allein im Ring richten. Er fing Xavier Woods von den Seilen kommend auf, kassierte dann aber einen Tackle von Big E in die Kniekehle. Titus knickte ein und kassierte auch noch den Trouble in Paradise, so dass Woods auf ihn stürzte. Kingston und Big E warfen sich auch noch mit auf den Gegner. The New Day pinnten also im Dreierpack O’Neil und machten damit die Titelverteidigung perfekt.

Das Match selbst wirkte über weite Strecken wie ein Verkehrsunfall. Man konnte nie weggucken, doch nur manche der angedachten Aktionen wirkten wirklich gut. Dazu kam ein Publikum, das eigentlich nur gehobene Reaktionen für The New Day zeigte und ansonsten in vielen Phasen desinteressiert wirkte. Die qualitativ besten Wrestler in diesem Match, Cesaro und Tyson Kidd, konnten es dann auch nur in einigen Momenten rausreißen. Muss man also ein Tag Team Elimination Chamber Match in Zukunft noch mal bringen? Nicht unbedingt. Oder wenn doch, dann sollte vorab eine bessere Planung damit einhergehen. (24:25) **1/2


Zurück Weiter »

Elimination Chamber History